Aufklärung statt Prävention

- Drogenkonsum auf Festivals

drogenHeute wollen wir uns einem Thema widmen, dass sonst nicht Teil unserer Reviews ist, nämlich dem Drogenkonsum auf Festivals. Wer öfter auf solchen Veranstaltungen unterwegs ist, wird schnell feststellen, dass es nicht immer einfach ist, Schritt zu halten, denn die langen Nächte und die kurzen Schlafphasen zollen auch bei jungen Menschen ihren Tribut und bereits am zweiten, spätestens aber am dritten Tag, ist die Müdigkeit allgegenwärtig, obwohl man sich mit Energydrinks vollpumpt, was vielleicht auch nicht die beste Art ist. Selbstverständlich werden Drogen jedoch nicht nur konsumiert, damit man drei oder vier Tage durchhält, sondern auch für den “Kick”, das Gefühl und die Ausschüttung von Glückshormonen. Tatsache ist jedoch auch, dass die meisten Drogen nicht umsonst illegal sind, weil dauerhafter Konsum dem Körper erheblich schaden kann und man besonders bei “Partydrogen” wie Extasy oder LSD relativ schnell abhängig wird. Zudem ist eine ausreichende Prävention kaum möglich, denn viele Festivals erreichen Größen von mehreren Tausend Menschen, die sich auf große Flächen verteilen. Eine echte “Überwachung” ist kaum möglich.

drogen

Morality of drug laws – UAF Department of Computer Science

Ein anderer Ansatz als die Prävention könnte deswegen die Aufklärung sein, die auf vielen Festivals bereits einen hohen Stellenwert erreicht hat. So besucht das “Alice-Projekt” für Kultur, Bewusstsein und Veränderung beispielsweise regelmäßig die Events von Clubs und Diskotheken, versucht dabei nicht zu tabutisieren oder zu verteufeln, sondern sachlich aufzuklären und eigene Freiräume für die Konsumenten zu schaffen. Wer konsumieren möchte und dies für sich entscheidet, der soll sichergehen, dass es sich zumindest um “echte” oder natürliche Stoffe handelt und nicht um chemisch nachgemachte Derivate, die von zwielichtigen Gestalten für 20 Euro in einer dunklen Ecke verscherbelt werden. Im Zweifel soll man einfach seine von feminisierten Samen gezüchteten Pflanzen mitbringen. Immer noch besser, als seinen Körper mit den Inhaltsstoffen zu vergiften, die nachgemachtes THC mitbringen. Selbstverständlich hat auch die Aufklärung ihre Grenzen, so ist es den Betreibern beispielsweise durch bestehende Gesetze in vielen Ländern nicht erlaubt, Testsets auszugeben, mit denen zumindest erkannt werden kann, ob die Drogen verschnitten wurden oder nicht. Hier ist wiederum der Ansatz der Politik gefragt, da sich solche Dinge nur durch Gesetzesänderungen verwirklichen lassen.

 
 

Neuen Beiträge

Festival Videos